Selbstgebackenes ist toll, noch toller ist es, wenn jemand anders für einen selbst kocht.  Das haben Johanna und Stefan, zwei backbegeisterte Schokoliebhaber, in ihrem wunderbaren Blog Republik NOMNOM für mich gemacht. Inspiriert von meinem neuen Goldkehlchen Cider Weichsel (Sauerkirsche für meine westösterreichischen und deutschen Freunde) haben sie einen köstlichen Weichsel Pie gebacken, der ab sofort mein Lieblingsmitbringesel für jede Geburtstagsfeier werden wird.

Für diese Gaumenfreude in Form eines Weichsel Pie brauchst du:

Zutaten für 8 Portionen:

Für die Pie Crust*:
360 g Universal Mehl
360 g glattes Mehl
180 g Frivissa
180 g Margarine
1 TL Sal
2 EL Zucker
2 Eigelb
12–15 EL eiskaltes Wasser**

Für die Füllung:
2 große Gläser Weichsel
1 Flasche (330 ml) Goldkehlchen Cider Weichsel
170 ml Weichselsaft
6 EL Maisstärke
Schale von 1 Bio Zitrone
Zitronensaft, je nach Geschmack
1–3 EL Zucker

Fürs Aufbrezeln:
Staubzucker, Schlagsahne oder Vanille-Eis

*Die Menge reicht für eine Backform mit 30 cm Durchmesser, ergibt sowohl Boden als auch Deckel bzw. Gitter. Für eine kleinere Form bis 23 cm Durchmesser reicht die Hälfte des Pie Crust Rezepts.

**am Besten nehmt ihr dafür gefrorene Eiswürfel zur Hand. Lasst sie bei Zimmertemperatur schmelzen, kälteres Wasser werdet ihr garantiert nicht finden. Der Teig wird es zu schätzen wissen, der liebt es eisig.

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Für eine original amerikanische Pie Crust müssen wir uns ordentlich ins Zeug legen. Eine Menge Handarbeit wartet. Die Crust ist ein wahr gewordener Knuspertraum und harmoniert perfekt mit der fruchtig-frischen Weichselfüllung. Die Mühe lohnt sicher garantiert, versprochen. Vermengt das Mehl, das Salz und den Zucker in einer großen Schüssel. Nun gebt ihr das kalte Frivissa und die kalte Margarine hinzu. Mit einer oder zwei grobzinkigen Gabel/n zerkleinert ihr das Fett und vermengt es mit dem Mehlgemisch. Immer wieder gut durchrühren. Das Zerkleinern kann eine Weile dauern, habt Geduld und denkt an das schöne Endresultat: ihr erschafft gerade die perfekte Pie Crust! Wenn keine großen Klümpchen mehr zu sehen sind, könnt ihr innehalten und kurz durchatmen. Die Mischung sollte ein wenig an Streusel erinnern. Über kleine Klümpchen müsst ihr euch keine Gedanken machen, die werden beim Backen schön verschmelzen. Holt die Eier aus dem Kühlschrank und trennt sie, für die Crust brauchen wir nur die Eigelbe. Verrührt sie vorab gut in einem Schüsselchen mit dem eiskalten Wasser. Gebt nach und nach etwas von dieser Flüssigkeit zum Teig und rührt mit der Gabel kräftig durch. Sobald der Teig anfängt zu klumpen, stoppt ihr die Wasserzufuhr.* Nehmt den Teig aus der Schüssel und knetet ihn ganz kurz von Hand durch und wickelt ihn in Frischhaltefolie. Die Pie Crust kommt nun für 1/2 oder noch besser 1 Stunde in den Kühlschrank. Zeit genug, um die leckere Fülle vorzubereiten.

Für die Füllung lasst ihr die Weichseln abtropfen, den Saft stellt ihr bitte beiseite. Öffnet das Goldkehlchen und gebt es, zusammen mit den Weichseln, in einen mittelgroßen Kochtopf. Reibt die Schale einer Bio-Zitrone ab und gebt sie in den Kochtopf. Vom aufgefangenen Weichselsaft brauchen wir 170 ml. Davon nehmt ihr 3-4 EL Saft weg und gebt sie mit 6 EL Maisstärke in eine kleine Schüssel. Rührt die Masse glatt, es dürfen keine Klümpchen mehr zu sehen sein. Der Rest des Weichselsafts kommt in den Kochtopf. Lasst die Zutaten im Topf aufkochen, rührt mit einem Schneebesen kräftig durch und gebt die Stärke-Mischung hinzu. Lasst die Weichselfülle ein zweites Mal kurz aufkochen, immer dabei bleiben und rühren. Wenn die Masse eindickt, nehmt ihr den Kochtopf vom Herd und lasst die Fülle etwas abkühlen.

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Legt eure Backform mit Backpapier aus oder fettet sie mit Margarine ein. Holt die Pie Crust aus dem Kühlschrank und teilt sie in zwei gleich große Hälften. Eine Hälfte braucht ihr für den Boden, die andere Hälfte wird für die Herstellung des Gitters verwendet. Der Teig sollte bei der Verarbeitung immer frisch aus dem Kühlschrank kommen und nicht Zimmertemperatur annehmen, daher gebt ihr eine Hälfte der Crust wieder zurück in den Frigidaire. Heizt das Backrohr auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vor. Rollt die erste Hälfte des Teigs mit einem Nudelholz zu einer möglichst kreisrunden Fläche aus, sie sollte etwas größer als der Durchmesser eurer Backform sein, da der Teig unbedingt über den Rand eurer Form gehen sollte. Falls der Teig beim Ausrollen am Nudelholz kleben bleibt, könnt ihr mit Backpapier/Frischhaltefolie oder Mehl** nachhelfen. Dafür legt ihr ein Stück Folie bzw. Papier direkt auf die Arbeitsfläche, darauf kommt der Teig, darauf wiederum ein zweites Stück Folie oder ein Backpapier, damit das Nudelholz nicht am Teig kleben bleibt. Wenn euer Teig gleichmäßig ausgerollt ist, entfernt ihr die obere Folie, greift unter die unter Folie, dreht den Teig um und gebt in die Backform. Nun entfernt ihr die zweite Folie und drückt den Teig sachte fest. Die Teigränder dürfen gerne über die Backform lappen. Gebt die abgekühlte Weichselfülle in die Form und verstreicht sie gleichmäßig. Jetzt geht’s an die Herstellung des Gitters. Dazu holt ihr die zweite Hälfte der Pie Crust aus dem Kühlschrank. Den Teig rollt ihr genau auf dieselbe Weise wie den Boden aus. Wer es eiliger hat, kann einfach eine gedeckte Pie machen***.

Wenn ihr euch für das Gitter entscheidet, schneidet ihr mit einem Teigrad zwei dickere, zwei mitteldicke und zwei dünnere Teigstreifen. Die beiden dicksten Teigstränge legt ihr einmal horizontal und einmal vertikal mittig auf die Weichselfüllung. Daneben legt ihr die mitteldicke und, ganz zum Rand der Pie hin, die dünnsten Streifen. Die Stränge könnt ihr entweder miteinander verweben (die kreuzenden Streifen abwechselnd unter oder über den Streifen legen) oder einfach übereinander legen. Die Teigstreifen gut mit dem Rand der Pie verbinden, vorsichtig festdrücken. Den über den Backformrand lappenden Teig könnt ihr nun abschneiden. Ganz zum Schluss werden die Teigstreifen noch mit Milch oder Ei eingepinselt. Ab in den Backofen für 45–50 Minuten. Die Pie schmeckt halbwarm am Besten. Etwas Staubzucker, Schlagsahne oder auch eine Kugel Vanilleeis passen hervorragend zu dieser Sour Cherry Pie.

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*Passt auf, dass der Teig nicht zu feucht wird, das kann schnell passieren. Wenn der Teig zu feucht geworden sein sollte, könnt ihr 1–2 EL Mehl hinzufügen.

**Durch die Zugabe von Mehl wird die Crust leider etwas trockener, wir würden daher zur Variante »Folie/Backpapier« raten.

***Ihr erspart euch das Zuschneiden der einzelnen Stränge bzw. das Flechten des Gitters. Einfach Deckel drauf und fertig. Wenn ihr kleine Keksausstecher zur Hand habt, könntet ihr in die Mitte des Deckels noch ein kleines Herzchen oder Sternchen ausstechen.

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Vielen Dank an Johanna und Stefan von Republik NOMNOM für das umwerfende Rezept, die wunderbaren Fotos und den Text. Viel Freude beim Nachbacken!